Position 01
Die Zukunft kommt schneller, als wir uns verändern.
KI ist längst im Alltag angekommen. Verstanden haben wir sie damit noch lange nicht. Wem nützt sie? Wem gehören die Gewinne? Wer kontrolliert die Daten?
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit KI. Ich kenne Menschen, die daran forschen, Unternehmen aufbauen und versuchen, damit echte Probleme zu lösen. Ich sehe aber auch Menschen, die um ihre Arbeit fürchten, Firmen, die sich in neue Abhängigkeiten begeben, und eine Politik, die zwischen Begeisterung und Verbot hin und her pendelt.
Ich will diese Angst nicht kleinreden. Ich will aber auch kein Geschäft aus ihr machen. Wer über KI redet, muss über Überwachung, Cyberangriffe, Arbeit und Eigentum reden. Und danach über Antworten.
Position 02
Eigenverantwortung beginnt bei uns.
Ich erziehe meinen Sohn. Das macht nicht die Kita und später nicht die Schule. Ich kümmere mich um meine Gesundheit, bevor ich krank werde. Und ich will meine finanzielle Zukunft selbst in der Hand haben.
Das heißt nicht, dass ich gegen Schulen, Ärzte oder den Sozialstaat bin. Der Staat muss Sicherheit garantieren, Recht durchsetzen und Menschen vor Not schützen. Aber er kann mir nicht jeden Lebensbereich abnehmen. Ehrlich gesagt will ich das auch gar nicht. Freiheit heißt, selbst zu entscheiden und dann dafür geradezustehen.
Position 03
Der Staat soll helfen, nicht verhindern.
Der NFC-Chip in meinem Personalausweis ist kaputt. Einen neuen Ausweis bekomme ich dafür nicht, und zuständig fühlt sich niemand. Also gehe ich weiter aufs Amt, 2026, in einem Land mit eigenem Digitalministerium.
Wer ein Haus bauen oder eine Firma gründen will, trifft auf viele Stellen, die prüfen, und auf niemanden, dessen Job es ist, dass das Vorhaben klappt. Bürokratie ist für mich oft institutionalisiertes Misstrauen.
KI könnte die Verwaltung radikal vereinfachen. Sie könnte genauso gut die Überwachung radikal ausweiten. Die entscheidende Frage ist, ob sie uns Zeit zurückgibt oder uns kontrolliert.
Position 04
Nichtstun ist auch eine Entscheidung.
Fehler sind okay. Wer Verantwortung übernimmt, macht Fehler, das gehört dazu. Ich habe mit eigenen Entscheidungen oft genug danebengelegen und auch Geld verloren, um das zu wissen.
Was mich wütend macht, sind Entscheidungen, die aus Angst vor Fehlern immer wieder vertagt werden. In der Politik zeigt sich der Preis dafür oft erst Jahre später. Ein Bildungssystem, das nicht modernisiert wird. Eine Verwaltung, die langsam bleibt. Eine Rentenreform, die immer der nächsten Regierung überlassen wird. Bezahlen müssen das Menschen, die nie gefragt wurden.
Untätigkeit muss genauso sichtbar werden wie ein Fehler.
Position 05
Schulden brauchen einen Zukunftswert.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen Staatsschulden. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass eine gute Investition sich manchmal erst nach zehn Jahren auszahlt. Ich bin aber dagegen, mit neuen Schulden immer wieder dieselben alten Löcher zu stopfen.
Bildung, Forschung, Rechenzentren, Prävention und der Schutz unserer Wälder sind Investitionen. Nicht jeder Euro muss als Steuer zurückfließen. Aber wir müssen der nächsten Generation erklären können, was sie davon hat. Ich nenne das gesellschaftliche Rendite.
Renten und medizinische Versorgung sind wertvoll, keine Frage. Wer sie aber dauerhaft auf Pump finanziert, statt sie zu reformieren, schiebt die Rechnung einfach der nächsten Generation zu.
Position 06
Erfolg muss wieder erlaubt sein.
Wer gründet, investiert und Arbeitsplätze schafft, geht ein Risiko ein. Das höre ich seit 2010 in fast jedem Gespräch mit Gründern. In Deutschland wird Erfolg trotzdem oft behandelt wie ein Verdachtsfall: Wer wächst, bekommt mehr Prüfungen, mehr Auflagen, mehr Misstrauen. Ich wünsche mir einen Staat, der ein rechtmäßiges Vorhaben zum Erfolg bringen will.
Das heißt nicht, dass wir Schwächere fallen lassen. Ein menschenwürdiges Minimum ist für mich nicht verhandelbar. Aber ohne Menschen, die etwas Neues aufbauen, gibt es am Ende auch nichts zu verteilen.
Position 07
Europa muss wieder selbst bauen.
2025 flossen in den USA 286 Milliarden Dollar privates Kapital in künstliche Intelligenz. In Deutschland waren es 3,9 Milliarden. Mit dieser Zahl im Kopf liest man jede KI-Strategie anders.
Wer die Chips, die Rechenzentren, die Modelle und das Kapital nicht hat, entscheidet am Ende nicht mehr selbst über seine Wirtschaft, seine Daten und seine Sicherheit. Das stand 2024 in meinem Buch. Meine Bilanz zwei Jahre später: Bei neun von zwölf Themen sehe ich kaum Fortschritt.
Quelle: Stanford AI Index Report 2026, Kapitel Wirtschaft, private KI-Investitionen 2025 ↗
Beim Befund bleibe ich trotzdem nicht stehen. Ich unterstütze Menschen, die hier Technologie aufbauen, bringe andere miteinander ins Gespräch und schreibe auf, was sich ändern muss. So versuche ich, selbst etwas beizutragen.
Position 08
Ich habe nicht alle Antworten.
Auf viele dieser Fragen habe ich noch keine fertige Lösung. Ich will auch keine Gewissheit vorspielen, die ich nicht habe. Aber ich kann Probleme beim Namen nennen, nach Ursachen suchen und Ideen vorschlagen, auch solche, die bestehende Institutionen grundsätzlich infrage stellen.
Dafür ist diese Seite da. Das Manifest beschreibt, wie ich leben will. Die Thesen prüfen, was ich 2024 gefordert habe. Die Analysen liefern die Argumente. Und meine Bücher zeigen zwei Wege: einmal mit dem Verstand, einmal mit der Vorstellungskraft.
Ich will, dass wir uns wieder auf die Zukunft freuen.